September 2019

Mit einem Plus von 1,7% bzw. 3,6% im Monat September (18,7% bzw. 16,4% seit Jahresbeginn) haben der US-amerikanische S&P 500 und der europäische Stoxx 600 ihren Höchststand aus dem vergangenen Jahr fast wieder erreicht. Den S&P 500 trennen noch 1,6% von dieser Bestmarke, den Stoxx 600 2,2%.

An den Aktienmärkten werden die zukünftigen Gewinne der Unternehmen umso höher bewertet, d. h. sind die Kurse umso höher, je stärker die Anleger darauf vertrauen, dass die Gewinnprognosen auch Realität werden. In Bezug auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen bestehen nach wie vor Wachstumserwartungen (Gewinnwachstum in einer Größenordnung von 4-5% für die europäischen Aktienmärkte), auch wenn diese bereits nach unten korrigiert wurden. Das Kursniveau ist hingegen stabil geblieben. Dies ist zwar Ausdruck erhöhter Risikoaversion. Besonders ausgeprägt ist diese jedoch nicht. Angesichts der zunehmenden Verschlechterung des Gesamtumfelds mit einer wachsenden Zahl an makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheitsfaktoren, auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen, erscheint dies paradox. Allein für den Monat September seien in diesem Zusammenhang die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die Schrumpfung des Welthandels, das Stimmungstief bei den deutschen Unternehmen mit dem niedrigsten Stand des Markit Einkaufsmanagerindex seit 2009 (41,7 Punkte im September gegenüber 43,5 im August) oder ein immer wahrscheinlicherer No Deal-Brexit genannt.

Wie in unseren Analysen bereits angemerkt, haben sich mit der Niedrigzinspolitik die Parameter geändert. Da an den Rentenmärkten keine langfristigen Renditen mehr zu erzielen sind und es ein gewagtes Spiel geworden ist, auf Wertsteigerungen von Anleihen aufgrund weiterer Zinssenkungen zu setzen, steigt die relative Attraktivität von Aktienanlagen. Letztere profitieren zudem von der zentralbankgesteuerten Liquiditätsschwemme. So wurde im September eine neuerliche Ausweitung der Bilanz der Fed ins Gespräch gebracht, nachdem die US-Notenbank in einer Phase der Normalisierung von zwanzig Monaten ihre Bilanz von 4,5 Bio. US-Dollar im Dezember 2017 auf 3,75 Bio. US-Dollar Ende August abgeschmolzen und damit wieder Handlungsspielraum gewonnen hatte.

Es wäre jedoch verfehlt, auf den langfristigen Fortbestand des aktuellen Zinsniveaus zu setzen. Wir sehen hier keinen Paradigmenwechsel. Genauso müßig ist indes der Versuch, den Zeitpunkt einer Zinswende zu antizipieren. Die Renditen deutscher Bundesanleihen liegen seit fünf Monaten im negativen Bereich. Dies kann zwar noch eine Weile so weiter gehen, aber nicht ewig.

Dank unserer Politik der Titelselektion und unseres konsequenten Quality & Value-Prozesses konnten unsere Fonds in diesem Umfeld an Wert gewinnen. Der Rouvier Valeurs verzeichnet seit Jahresbeginn einen Wertzuwachs von 19,4% (+2,9% im September), mit einem auf 80,7% begrenzten Marktexposure. Der Rouvier Évolution, der seine Positionen nicht mehr systematisch absichert und damit nicht mehr das abgesicherte Pendant des Rouvier Valeurs ist, konnte mit einem Aktienexposure von 43,8% um 11,3% zulegen. Der Rouvier Patrimoine, mit einem auf 17,5% beschränkten Exposure, hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 3,6% an Wert gewonnen. Und auch für den Rouvier Europe steht mit einem kräftigen Plus im September (+4,1%) eine Wertsteigerung von 17,7% seit Jahresbeginn zu Buche.

 

 

Monatliches factsheet